Holzheizungen zur Wärmeerzeugung

In 3 Schulen der Verbandsgemeinde Lambrecht  kann zusätzlich mit heimischem Holz geheizt werden.

In der GS Esthal wurde 2002 ein 50 kW Holzvergaserkessel für Stückholz eingebaut. Bis 2006 wurden pro Schuljahr ca.105 Ster Holz verbrannt. Die bestehenden Gaskessel schalten sich automatisch zu, wenn die Leistung des Holzkessels nicht mehr ausreicht. Die Maßnahme wurde vom Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz mit 20 000.-DM aus dem Förderprogramm „Erneuerbare Energie an Schulen“ bezuschusst. Investition: 37 000.- € . In der Investitionssumme ist auch eine moderne Regelung mit 3 Heizkreisen für die Feuerwehr, Schulgebäude und Turnhalle enthalten. Die war zuvor nicht vorhanden. Einen Leistungspreis wie bei Gas üblich, gibt es bei Holz nicht.
Bis 2010 wurden die Heizkosten um über 119 700.- € reduziert. Der CO2-Ausstoß konnte allein durch die neue Heizung um fast 1000 t reduziert werden.
Mit Holz zu heizen ist arbeitsintensiv und funktioniert in der GS Esthal nur so lange, wie Schüler und Lehrer motiviert werden können.

Aber auch ohne Holzheizung hat sich die Investition gelohnt, da mit der Holzheizung auch eine Regelung eingebaut wurde. Vor Beginn der Sanierungsmaßnahme lag der jährliche Gasverbrauch bei durchschnittlich         429 657 kWh/Jahr. (über einen Zeitraum von 10 Jahren errechnet)

Allein die Regelung reduzierte den Gasverbrauch  um mehr als die Hälfte jährlich. Dies wurde von mir schon 2001 bei der Vorstellung des Projekts dem Haupt- und Finanzausschuss prognostiziert.

2002: Gasverbrauch       43 043 kWh  +  Holz (davon 33 525 kWh im Januar vor Sanierung)

2003: Gasverbrauch       11 510 kWh  +  Holz

2004: Gasverbrauch        6 525 kWh   +  Holz

2005: Gasverbrauch      33 576 kWh   +  Holz  ( ab Juli 2005 Lehrerwechsel, Holzverbrennung ruht)

2006: Gasverbrauch     123 615 kWh   (keine Holzverbrennung mehr)

2007: Gasverbrauch     148 780 kWh                    "

2008: Gasverbrauch     160 183 kWh                    "

2009: Gasverbrauch    184 959 kWh  (Feuerwehr erhob höheren Heizanspruch;  17 Grad Raumtemperatur nachts durchgehend in einem kaum gedämmten Gebäude, 23 Grad Raumtemperatur bei Bedarf wie Einsatz, Übungen, Sitzungen)

Der Einfluss der Regelung wird hier sehr deutlich. Nur die ewig Gestrigen wollen dies übersehen.

Neuere Rechnungen standen nicht mehr zur Verfügung.

Alle Zahlen entstammen den Gasrechnungen der Stadtwerke und den Rechnungen  für Holzlieferungen von Forstverwaltung und Holzfuhrunternehmen.

Obwohl u.a. der finanzielle Vorteil für den Schulträger offensichtlich ist, ein bei der Finanzlage nicht unbedeutendes Argument, mehrere Preise und Auszeichnungen ausgesprochen wurden z.B vom Bildungsministerium, vom Wirtschaftsministerium des Landes Rheinland-Pfalz,vom Bundesumweltministerium und von der Kreisverwaltung Bad DÜW, stößt speziell dieses Projekt nicht nur auf Zustimmung im Verbandsgemeinderat. Wie ich bei meiner Präsentation schon im Vorfeld äußerte gibt es nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer. Dass der Gasverkäufer nicht begeistert sein kann ist noch verständlich, aber dass Ratsmitglieder unsachliche Kritik äußern, aber einer sachlichen Diskussion aus dem Weg gehen, ist schon befremdlich. Wem fühlen sich die gewählten Vertreter eigentlich verpflichtet: Dem Bürger und Steuerzahler oder einer GmbH als Gasverkäufer?

Gelegentliche Äußerungen vom Lambrechter Ratsmitglied Liebrich wie "Spielzeug eines Lehrers" (Zitat aus einer CDU-Fraktionssitzung) oder "Abenteuerroman" (Rheinpfalz) lassen die fehlende Kompetenz erkennen.

In der GS Elmstein wurde ein HHS-Kessel (Holz-Hack-_Schnitzel-Kessel) mit 200 kW eingebaut. Im Gegensatz zu einem Stückholzkessel verbrennt das HHS vollautomatisch rund um die Uhr.
Der wirtschaftliche Vorteil ergibt sich dadurch, dass HHS billiger sind als Erdgas und der Leistungspreis entfällt.
Der ökologische Vorteil besteht darin, dass Holz im Gegensatz zu Erdgas, CO2-neutral verbrennt, sofern Holz nachhaltig angebaut wird, d.h. nicht mehr Holz geschlagen wird als nachwächst. Das ist in Deutschland Gesetz.
Die besonders gute Wirtschaftlichkeit der Anlage ergibt sich durch die Kombination mit einem Klein-BHKW (siehe auch BlockHeizKraftWerk).
Im ersten Betriebsjahr konnten die Energiekosten um 18 624.-€ reduziert werden. Würde man die Energiekosten (Gas) von 2006 zugrunde legen, wären es noch 9 000.-€ mehr.
Preisanstieg 2004 – 2006: HHS 2%; Gas 35,8 %

In der GS Weidenthal wurde 2009 die 30 Jahre alte Ölheizung  durch eine Pelletheizung ersetzt. Gleichzeitig wurde ein Wärmeverbund mit der benachbarten Sporthalle geschaffen, auf deren Dach auch eine Solaranlage mit Röhrenkollektoren installiert wurde. Die bestehende Gasheizung in der Sporthalle wird nach wie vor z.B. für die Abdeckung der Spitzenlast genutzt, wenn die installierten 168 kW Leistung der Pelletkesse für Schule und Sporthalle nicht ausreichen.

Karl Breiner, GS Lindenberg